Nachhaltige Entwicklung in kleinen Schritten

Eine beispielhafte Geschichte

Die Frauen im Wakiso-Distrikt in Uganda haben Glück! Wer die entsprechende Vorleistung erbringt, kann an einem Programm teilnehmen, das der deutsche Verein Freunde Ugandas e.V. zusammen mit der ugandischen Partner-organisation VAD (Voluntary Action for Development) entwickelt hat.

Die Vorleistung besteht aus dem Nachweis der eigenen Anstrengungs-Bereitschaft und dem Zusammenschluss zu einer aktiven Gruppe.

Sarah Kiviiri aus Bukasa ist eine dieser Frauen. Um ihre Lebenssituation zu verbessern, hat sie sich 1992 mit 11 anderen Frauen zusammengetan, um gemeinsam Wege zur Verbesserung ihrer Lebenssituation zu suchen. Durch den Verkauf von Handarbeiten konnten sie jeden Monat etwa 2,50 € auf ein gemeinsames Sparbuch einzahlen. Ihr Ziel war es, irgendwann, in ferner Zukunft eine Schweinezucht zu betreiben.

1993 hörte die Gruppe von dem basisorientierten Anschubfinanzierungs-Programm der deutschen Organisation und bewarb sich bei VAD. In einem Schulungsprogramm des ugandischen Partnervereins wurden die Frauen auf die zukünftigen Aufgaben vorbereitet. Sie erhielten Unterricht in moderner Tierhaltung und biologischer Landwirtschaft, in Gesundheitsvorsorge, Ernährung, Hygiene, Stillen, sowie in einfacher Buchhaltung und Sparverhalten.

Im Herbst 1993 fand der erste Schritt zur „Hilfe zur Selbsthilfe“ statt: die Gruppe erhielt eine Schweinezucht! Der Eigenbeitrag bestand in der Errichtung der Schweineställe aus Naturmaterialien. Der erste gemeinsame Gewinn konnte aus dem Verkauf von Ferkeln erzielt werden. Das Ziel des Projekts bestand aber auch darin, nach einer Anlernphase die Schweinezucht auf die privaten Haushalte der einzelnen Mitgliedsfrauen auszudehnen, dort wo Verantwortung, Arbeitseifer und Gewinn am größten sind.

1994 war das in fünf Fällen gelungen. Die Gruppe war inzwischen auf 30 Mitglieder angewachsen, und hatte sich zu einem Verein mit entsprechendem Vorstand formiert.
Dem Wunsch nach einer zusätzlichen Hühnerzucht wurde stattgegeben, denn 30 Frauen haben durchschnittlich die Verantwortung für 300 Kinder. Die vielen Aids-Waisen, die glücklicherweise in den Dorffamilien aufgenommen wurden, haben die Lebenssituation dieser Familien noch verschärft.

Gleichzeitig wurde ein kleiner Darlehens-Pool eingerichtet, der von einem erweiterten Vorstand verwaltet wird. Zwischen 15 € und 35 € betragen die Kreditsummen, die seitdem mit guter Rückzahlungsmoral auch an Frauen außerhalb der Gruppe vergeben werden. So entstanden Pfannkuchen- und Saftshops, Second-Hand-Handel, Geschirr- und Brautkleidverleihe, „Schönheitssalons“ und allerhand fantasievolle Kleinstunternehmen.

Die Dynamik der Frauen hatte fortan ein großes gemeinsames Ziel: sie wollten eine eigene Dorfschule errichten! Dazu wurden über lange Zeit in mühevoller Arbeit Backsteine hergestellt, um Schritt für Schritt das Hope Children's Centre zu errichten.

1998 konnte der letzte Abschnitt der 7-klassigen Schule fertiggestellt werden. Ihr Schullogo „Forward ever, backward never“ (immer vorwärts, nie zurück) drückt den Geist der ganzen Gemeinde aus.

Viele neuen Gruppen in den angrenzenden Dörfern eifern den Bukasa-Frauen nach, die ihr Wissen und Können gern weitergeben. So ist aus der kleinen Handarbeitsgruppe um Sarah Kiviiri in sechs Jahren ein Netzwerk vieler Frauengruppen entstanden

Die Frauen von Bukasa haben Großartiges geleistet:

Trotz immenser häuslicher Belastungen und oft gegen den Willen ihrer Männer, ist es ihnen gelungen, sich zu regelmäßigen Gruppentreffen zusammenzufinden.
Sie haben es geschafft, über den Tag hinaus zu planen und ihre Gewinne zu re-investieren.
Ihre Beharrlichkeit und ihr Erfolg hat ihnen Respekt verschafft, auch bei den Männern. Sie sind jetzt in den politischen Gremien des Dorfes vertreten.

Die 30 Frauen von Bukasa haben Selbstbewusstsein und wirtschaftliche Stabilität gewonnen. Ihr Lebensstandard hat sich verbessert und die vielen Kinder können in die Schule gehen.
Andere Frauen und Gruppen orientieren sich an der Kerngrupppe, deren Dynamik, Wissen und Können wie ein Ferment in der Region wirkt.

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Letzte Aktualisierung:
2018-02-22